Das Gnadenbild

Bild 1

Mittelpunkt der Andacht ist die 1756 erbaute Wallfahrtskirche. Das Gnadenbild steht im Zentrum des Hochaltares, ein im 16. Jahrhundert entstandenes Schnitzwerk, das Maria zeigt, wie sie ihren toten Sohn in den Armen hält. Die herabhängende Hand Jesu weist unmittelbar auf den Tabernakel, den eigentlichen Zentralpunkt jeder Kirche. In der linken Hand hält Maria ein Tränentüchlein und scheint damit auf sich aufmerksam machen zu wollen. "Kommt zu mir, ich verstehe euch, ich habe ein ähnliches Leid wie ihr erduldet!"

Als man im Mittelalter die Stationen des Leidens Christi dem Stundengebet der Mönche zuordnete wurde diese Station der Vesper, dem Abendgebet zugewiesen. Damit erhielt die Darstellung den Namen Vesperbild. Es braucht nicht zu wundern, dass dieses Bild sehr beliebt wurde und auch heute noch geblieben ist. Wohl jeder, der Not und Leid erleben musste, kann sich damit identifizieren.

aus: Bayerisches Sonntagsblatt, Nr. 44, 117 Jahrgang