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Faschingsimpuls: Die acht Seligkeiten und „Unsere Liebe Frau vom Karneval“

MANCHMAL KOMMT UNS ausgerechnet am Faschingssonntag die Kirche im Evangelium mit den acht Seligkeiten. Tut sich da nicht wieder eine Kluft zwischen der Lebenswirklichkeit und der Verkündigung auf, die man mit einfallsreichen „Faschingsgottesdiensten" nur mühsam überbrücken kann? Hören wir genau hin: In allen drei Texten der Heiligen Schrift, die uns die Kirche an diesem Sonntag vorlegt, „wird auf den Kopf gestellt, was man bürgerliche Werteordnung nennt" (Klaus Berger). Karneval bzw. Fasching haben genau in der Umkehrung der „bürgerlichen" Ordnung ihren Ursprung: Für drei Tage soll die Welt buchstäblich auf den Kopf gestellt werden und jetzt wird es spannend: Jesus stellt in unserem Evangelium den von uns allen so heiß begehrten Habseligkeiten die acht Seligkeiten entgegen. Eine schärfere Umkehr der alltäglichen Lebens-und faktischen Werteordnung ist kaum denkbar. Und diese Umkehr gilt nicht für drei Tage, sondern für ein ganzes Leben, mehr noch, ihr Ziel ist der „Lohn im Himmel", die Ewigkeit.

Wenn wir uns diese Seligkeiten genau ansehen, dann blicken wir in einen Spiegel, und was wir da sehen, sollte uns auch im Fasching nachdenklich werden lassen. Fühlen wir uns vor Gott wirklich arm? Kennen wir unsere Grenzen und unsere Begrenzungen? Über Verluste trauern wir häufig und intensiv, aber über die eigenen Fehler und die eigenen Launen, unter denen unsere Umgebung

so oft leidet, — trauern wir da auch? Wie oft wollen wir mit dem Kopf durch die Wand, wie schwer fällt uns manchmal der Verzicht auf Gewalt? Wir hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit vor allem dann, wenn wir uns selbst ungerecht behandelt fühlen. Barmherzigkeit lassen wir uns lieber gewähren, als sie selbst zu gewähren.

Brillenträger wissen, daß sie mehrmals am Tag ihre Brille reinigen müssen, um einen klaren Blick zu bekommen. Nur wer mit dem Herzen sieht, kann richtig sehen. Nur wer mit reinem Herzen sieht, sieht die Wirklichkeit in Echtzeit. Wie steht es um unser reines Herz? Ist nicht die Brille unseres Herzens verschmiert und verkrustet? Sollten wir sie nicht wieder einmal reinigen? Wann haben wir zum letzten Mal Frieden in unserem Alltag gestiftet? Leben wir mit uns selbst in Frieden? Keiner von uns möchte gerne verfolgt werden, auch nicht um der Gerechtigkeit willen. Wie oft machen wir Kompromisse, um uns Unannehmlichkeiten zu entziehen!

Jede der acht Seligkeiten trifft uns und fordert Umkehr. Die kann, ja wird unangenehme Folgen haben: Wir werden beschimpft und verleumdet werden!

So gesehen kann der Faschingssonntag tatsächlich zum Sonntag der Umkehr werden. Eine solche Umkehr hat Gertrud von le Fort unter dem Titel „Unsere liebe Frau vom Karneval" großartig beschrieben. Die Legende aus dem Karneval von

Venedig zeigt die Kraft des fürbittenden Gebets und der Hilfe Mariens gerade im Fasching. Ein Sünder löst sich aus den Habseligkeiten seines verkommenen Lebens und findet die Seligkeit. Die Lektüre dieser venezianischen Legende aus dem Buch „Die Krone der Frau" lohnt sich, auch . in der Fastenzeit. „Unsere liebe Frau vom Karneval" helfe uns auch an den „tollen Tagen"! 

Wilhelm Imkamp

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